Wissenschaft und Forschung 03.05.2019

Mit vorrangig veganer Ernährung zu gesünderem Zahnfleisch

Mit vorrangig veganer Ernährung zu gesünderem Zahnfleisch

Bekannt ist, Kohlenhydrate wie Zucker wirken wie wahre „Brandbeschleuniger“ bei der Kariesbildung. Das Essverhalten hat jedoch weitaus größeren Einfluss auf die Mundgesundheit – so auch auf das Zahnfleisch, wie eine deutsche Studie belegt.

Gingivitis ist ein weitverbreitetes Problem unter erwachsenen Patienten und eines der größten Risikofaktoren für Zahnverlust infolge einer sich daraus entwickelnden Parodontitis. Wissenschaftler der Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie des Universitätsklinikums Freiburg untersuchten, inwieweit eine gezielte Ernährung positiv auf Zahnfleischentzündungen wirken kann – und sie kann.

An der Studie nahmen 30 Patienten, die an Gingivitis leiden, teil. Alle waren über 18 Jahre, Nichtraucher und ernährten sich typisch „westlich“, sprich, sie nahmen täglich über 45 Prozent Kohlenhydrate zu sich. Die Teilnehmer wurden randomisiert zwei Gruppen zugeordnet. Die Kontrollgruppe behielt ihre Essgewohnheiten bei. Die experimentelle Gruppe wurde hingegen angewiesen, ihre Ernährung für vier Wochen auf eine entzündungshemmende Diät umzustellen. Vorgegeben wurde der Verzicht auf verarbeitete Kohlenhydrate wie Zucker, Weißmehl, Fruchtsäfte und poliertem Reis, wenig Transfettsäuren und Omega-6-Fettsäuren sowie tierische Industrieproteine (Milch- und Fleischprodukte). Dafür sollte die Gruppe täglich Omega-3-Fettsäuren, Vitamin C und D, Antioxidantien, Ballaststoffe und Nitrat enthaltende Pflanzen (Rucola) zu sich nehmen.

Alle Patienten erhielten die Anweisung, über den gesamten Untersuchungszeitraum auf die interdentale Reinigung (Zahnseide usw.) zu verzichten. Im Vorfeld sowie in regelmäßigen Abständen wurden der Grad der Gingivitis via Gingival-Index (GI) sowie die Plaquewerte bestimmt.

Die Forscher fanden heraus, dass sich mithilfe der vorgegebenen Diät die GI-Werte signifikant verbesserten und das Zahnfleischbluten abnahm. Darüber hinaus zeigte die Kontrollgruppe einen signifikanten Anstieg der Zahnfleischtaschentiefe, in der anderen Gruppe blieb diese unverändert.

Die Ergebnisse der Studie sind im Journal of Clinical Periodontology erschienen.

Foto: somegirl – stock.adobe.com

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