Branchenmeldungen 30.04.2019

Deutschland hat über 95.000 Zahnärzte – nur wo sind sie?

Deutschland hat über 95.000 Zahnärzte – nur wo sind sie?

Gemeinhin wird in Deutschland von rund 70.000 praktizierenden Zahnärzten gesprochen. Erfasst sind aber genau genommen sehr viel mehr: Insgesamt 95.189. Also doch kein Zahnärztemangel oder wo sind die restlichen 25.000 abgeblieben?

Antworten liefert der Report „Daten & Fakten 2019“, herausgegeben von der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV). Dieser schlüsselt unter anderem die Art der Erwerbstätigkeit der deutschen Zahnärzte auf.

Der Bericht zeigt, dass von den 95.189 erfassten Zahnärzten 23.067 ohne zahnärztliche Tätigkeit sind. Die Vermutung, dass hier vor allem Zahnärzte, die bereits aus dem Berufsleben ausgeschieden sind, eine Rolle spielen, wurde auf schriftliche Nachfrage von der BZÄK bestätigt. Nach Angaben der Kammer machen fast drei Viertel dieser Personengruppe Zahnärzte im Ruhestand aus. Schätzungen zufolge seien rund 20 Prozent der Zahnärzte nur „vorübergehend nicht aktiv“, beispielsweise durch Elternzeit (der Großteil) oder Krankheit. Die restlichen Zahnärzte sind entweder arbeitslos oder einer „fachfremden“ Tätigkeit nachgegangen.

Die Zahlen spiegeln zudem deutlich die Trendwende weg von der eigenen Praxis hin zum Angestelltenverhältnis wider. 2017 waren 51.058 Zahnärzte in ihrer eigenen Praxis niedergelassen. Sie machen demnach 53 Prozent aus – zehn Jahre zuvor waren es noch gut zwei Drittel. Die Zahl der in Praxen angestellten Zahnärzte ist hingegen von 7.209 im Jahr 2007 auf 17.712 gestiegen. Den geringsten Teil in der Erwerbsaufsplittung nehmen mit 3,5 Prozent Angestellte außerhalb zahnärztlicher Praxen ein.

Der vollständige Report „Daten & Fakten 2019“ kann hier eingesehen werden.

Foto: vchalup – stock.adobe.com

Mehr News aus Branchenmeldungen

ePaper